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15.08.03 Die Vogelwelt in Üfingen

 

Die Vogelwelt in Üfingen und Umgebung.

 

Bericht über die Vogelwelt (Avifauna) in Üfingen und der umliegenden Felder, Wiesen, Gehölze und Gewässer (Kiesgrube östlich und Regenwasser-Rückhaltebecken-Kläranlage der Salzgitter AG) nördlich des Ortes einschließlich des Salzgitter-Zweigkanals.

 

Regenwasser-Rückhaltebecken-Kläranlage

Ein Blick aus der Vogelperspektive.

Man sollte es nicht glauben, aber das o.g. Gebiet hat einiges zu bieten, was unsere gefiederten Freunde betrifft; doch man muss schon mit offenen Augen und Ohren durch die Natur gehen. Ein Fernglas wäre von Nutzen.

Fangen wir doch einmal an der Futterstelle vor unsere Haustür oder dem Fenster an. Hier tummeln sich

Kohlmeise

Blau-, Kohl- und Nonnenmeisen (Sumpfmeisen), vereinzelt sogar Schwanzmeisen.
Hinzu kommen Zaunkönig, Goldhähnchen, Rotkehlchen,

Rotkelchen

Amseln (Schwarzdrosseln),

Amselgelege

Amselbaby

Buchfinken (Edelfinken), Grünlinge (Grünfinken), und die früher sehr zahlreich vertretenen Feld- und Haussperlinge. Der Feldsperling besitzt ein weißes Halsband und einen schwarzen Fleck unter dem Auge. Mit etwas Glück kann man einen Buntspecht, einen Mittelspecht oder einen Kleiber (Spechtmeise) am Knödel entdecken. Leider taucht dann hin und wieder ein Greifvogel - der Sperber - auf und schlägt einen der vorher genannten Vögel, welche er als Nahrung zum Überleben benötigt. Werfen wir dann einen Blick zum Himmel oder in die Bäume, können wir Krähen, Türken- und Ringeltauben, Eichelhäher und Elstern entdecken. Letztere sind nicht gerade beliebt, weil sie zu den Nesträubern gehören. Am Himmel ziehen Mäusebussarde, evtl. ein Hühnerhabicht oder Gabelweihen (Rotmilan) ihre Kreise. In der Luft stehend („Rüttelnd“) machen Turmfalken auf sich aufmerksam, welche im Spähflug ihre Beute (kleine Bodentiere) schlagen.

Wenn sich der Frühling ankündigt, kommen viele aus ihren Winterquartieren zurück. Hierzu gehören der Gimpel (Dompfaff), der Diestelfink (Stieglitz), der Garten- und Haurotschwanz, die Goldammer, die Heckenbraunelle, die Nachtigall mit ihrem herrlichen Gesang, der Weidenlaubvogel (Zilp-Zalp), die Garten- und Mönchsgrasmücke und die Feldlerche, welche ihren Gesang im hohen Singflug vorträgt. Stare, Singdrosseln und Wacholderdrosseln

 

Wacholderdrosselbaby

kehren in größeren Trupps zurück. Der nicht häufig vorkommende Girlitz sucht wieder unsere Gegend auf, wohingegen der Erlenzeisig die Reise nach Nordeuropa antritt. Diese beiden Arten sind schwer zu unterscheiden. Auf den Äckern und Wiesen sind wieder größere Trupps von Kiebitzen1 auf Nahrungssuche und hoch oben ziehen Kraniche in Keilform von Südwest nach Nordost (Folglich im Herbst umgekehrt).

Mitte bis Ende April erfreuen uns auch wieder die Mehl- und Rauchschwalben

Rauchschwalben

mit ihren Flügen am Himmel. Auch der Mauersegler fliegt oder gleitet über die Gewässer, um Insekten zu fangen. Die Segler sind größer als die Schwalben und haben bedeutend längere Flügel. Am Kiesteich brüten Uferschwalben1. Diese bauen ihr Nest in 50 cm langen Röhren am Steilufer.

Wenn dann der Ruf ertönt, welcher dem Vogel seinen Namen gegeben hat, ist der Mai nicht mehr weit. Das Kuckucksweibchen legt seine Eier in artfremde Nester ab. Das geschlüpfte Kuckuckskind wirft dann die Eier oder kleinen Nestlinge des Wirtsvogels aus dem Nest, sodass es allein groß gezogen wird. Auch der Pirol (Vogel Bülow) ist dann wieder zu hören – aber selten zu entdecken. Auf dem Weg zu den Rückhaltebecken - Kläranlage machen wir einen Vogel aus, welcher einen Baum spiralförmig hinaufklettert. Das ist der Baumläufer, welcher im Gegensatz zum Kleiber. – dieser kann sowohl hinauf als auch herunterklettern – nur die nach obenzeigende Richtung am Stamm bewältigen kann.

Am fließenden Bach sind alle 3 bei uns vorkommenden Stelzarten vertreten. Die Bachstelze, die Schafstelze und die Gebirgsstelze (Bergstelze) Die Bachstelze ist schwarz/weiß und die beiden Letztgenannten besitzen als Hauptfarben grau-grün und gelb, und sind daher nicht einfach zu unterscheiden. Die Gebirgsstelze fällt durch einen längeren Schwanz und deutlichen Wellenflug auf.

Wenn wir nun die Gewässer erreichen, fallen uns sehr viel Blässhühner (Blässrallen),

Teichkralle

Stockenten

Stockentenfamilie

Stock-, Reiher- und Tafelenten, Schell-, Löffel-, Schnatter- und Krickenten, Kolben-1, Knäk-1, Spiess-1, und Pfeifenten. Aber nur die drei erstgenannten treten regelmäßig und in größerer Anzahl auf. Die Übringen sind nicht immer präsent. Man muss schon zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Dieses gilt auch für verschiedene andere Arten. Ferner sind fast immer gegenwärtig:

Nilgans am 25.02.04 in Nortenhof aufgenommen

die Rostgans und die Kanadagans. Eine Anzahl der vorher aufgeführten Vögel benutzen das Rückhaltebecken - Kläranlage als Zwischenstation zu ihren Brutplätzen (im Frühling) bzw. zu ihren Winterquartieren (im Herbst).

Rohrammern, Graureiher, Sing- und Höckerschwäne,Saatgänse, Kormorane, Lach- und Silbermöwen, vereinzelt auch Raubmöwen (bis zu 1,20 m Flügelspannweite) und last not least Eisvögel1 (der fliegende Edelstein) ergänzen das idyllische Gesamtbild.

Im Dorf selbst oder am Dorfrand können wir hauptsächlich ab März/April in der Dämmerung (Abend- und Nachtstunden) Schleiereulen, Waldohreulen und Waldkäuze

Junge Waldohreule

hören oder bei ihrem gaukelnden Flug zusehen. Die Waldohreule hat Federbüschel an den Ohren, der Waldkauz ist größer und kompakter. Die Schleiereule ist die hellste Eulenart in unsere Region. Nester oder Nistplätze werden von diesen hier vorkommenden Arten nicht gebaut. Ältere Nester von Krähen, Greifvögeln, Baumhöhlen, Felshöhlen, Nischen in alten Gebäuden und sogar Nistkästen werden als Brutstätte benutzt.

Mit sehr viel Glück (ist selten der Fall) sieht man einen Weißstorch 1,

Weißstorch

eine Kornweihe 2, einen Raubwürger 2, einen Grünspecht, einen Schwarzspecht , einen Kernbeißer oder einen Fasan. Rebhühner sind leider nicht mehr anzutreffen.

Lohnenswert ist ein Besuch der Rückhaltebecken - Kläranlage im Winter, wenn sämtliche Gewässer in der Umgebung zugefroren sind und eine große Anzahl der von Gewässern abhängigen Vögel hier Zuflucht suchen. Wegen des Zulaufs des relativ warmen Wassers der Stahlwerke ist immer eine große Fläche eisfrei.

Leider haben wir vergessen, Rotdrosseln, Grauschnäpper, Rohrammern, Waldlaubsänger, Teichrohrsänger, Fitis und Birkenzeisig zu erwähnen. Nicht zu vergessen die überall gegenwärtigen Haus- oder Straßentauben.

Zum ersten Mal gesichtet haben wir in diesem Jahr (2003), den Schwarzmilan, den Wespenbussard, das Teichhuhn (Teichralle), die Zwergmöwe, den Flussuferläufer1, die Trauerseeschwalbe 2, die Weißflügelseeschwalbe, den Rotschenkel1, die Blässgans und den im Salzgittergebiet seltenen Seidenreiher (wurde zum letzten Mal 1985 gesehen).

Im Jahr 2004 konnten wir weitere Vögel beobachten, welche bisher unerwähnt blieben. Bergfinken, Braunkelchen1, Baumpieper, Kolkraben, eine Fasanenhenne (welch ein Wunder!), Neuntöter, Baumfalken1 und Rohrweihen.

Ein weiterer Höhepunkt für uns: Am 7. März 2003 konnten wir einen Seeadler1 bei der Beutejagd beobachten. Waldwasserläufer, Große Brachvögel1 (leider nur beim Landungsversuch) und eine Küstenseeschwalbe waren ebenfalls neue Gäste bei uns. Letztgenannte brütet in der Arktisregion und überwintert in der Antarktis und hat somit den weitesten Flug aller Vögel (und dieses 2 mal im Jahr).
Seit September 2004 bis zum 15. Februar 2007 konnten wir unsere Beobachtungen um folgende Arten erweitern:
Eine Streifengans (Februar 05), eine Eisente (10.02.06), eine Mandarinente (13.02.06), eine Moorente2 (11.01.06, ein Paar Mittelsäger (11.01.06) an der Üfinger Schleuse, ein Fischadler1 (08.09.05) am Gewässer im Gutspark, Wanderfalken1 (Oktober 05), Flußregenpfeifer (April 05),Bruchwasserläufer (April 05), Schwarzkopfmöwen (April 05), eine Mantelmöwe1 (Oktober 05), Trauerschnäpper (September 05), Dohlen (Mai 05), Berghänflinge im Februar 2005, Drosselrohrsänger1, Ohrentaucher und Flussseeschwalben im Mai 2006.
Es mag sein, dass der eine oder andere weitere Vogelarten zu Gesicht bekommen hat. Wir persönlich können uns nur auf die genannten beziehen.
Zum Abschluss noch einige Hinweise.
Die Namen in Klammer hinter einer Art sind eine andere gebräuchliche Bezeichnung für den Vogel.
Die mit 1 gekennzeichneten Vögel stehen auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tierarten und sind in ihrem Bestand stark oder sehr stark gefährdet.
Die mit 2 gekennzeichneten Vögel stehen auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tierarten und sind vom Aussterben bedroht.
Die Verfasser hoffen, dem Leser dieses kleinen Artikels die Natur etwas näher gebracht zu haben, zumindest was unsere Vögel betrifft.
Wenn Sie nun mit offenen Augen und Ohren spazieren gehen und zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort sind, werden Sie vieles entdecken, was Ihnen früher entgangen ist.
Beherzigen Sie bitte folgendes: Stören Sie die Vögel nicht bei der Brut oder Aufzucht der Kleinen; und was ganz wichtig ist - “Hände weg von Jungvögeln” . Viele verlassen ihr Nest, obwohl sie noch nicht voll flugfähig sind. Mama und Papa sind vielleicht in der Nähe oder auf Futtersuche und werden sich um sie kümmern.
Und noch eins: Lassen Sie Ihren treuen Vierbeiner – den Hund – in der Zeit vom 1.April. bis 15 .Juli. – in der Stadt Salzgitter sogar ab dem 1. Januar - an der Leine laufen.
Nur dann werden wir, unsere Kinder und Enkel noch viel Spaß und Freude an unserer Natur haben.
Gislind und Henning Kirchhoff
Stand: Februar 2007

Die Fotos hat uns freundlicherweise der Regionalgeschäftsführer des NABU, Walter Wimmer, zur Verfügung gestellt. Haben Sie weitere Fragen, nehmen Sie bitte Kontakt mit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! auf.
Weitere Informationen über den NABU erhalten Sie unter www.nabu.de
Für weitere Informationen der hier aufgeführten Vögel ist das Buch “Vögel” von Einhard Bezzel, BLV Verlagsgesellschaft mbH. München, ISBN 3-405-166195, zu empfehlen.

Letzte Änderung am Sonntag, 15 März 2015 19:54

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